Unterwegs Bolog

Reisebolog von Bettina und Camillo

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Huehue, Todos und Nebaj

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Nachdem wir die nahegelegen Pyramiden in Huehue besucht hatten, beschlossen wir in ein abgelegeneres Bergdorf zu fahren. Am nächsten Morgen standen wir früh auf um einen Bus zu kriegen. Am Busbahnhof, ein wildes Getümmel aus Arbeitern, Fressständen, Streunern und röchelnden Fahrzeugen, ist es nicht einfach das richtige Ticket zu bekommen. Jede „Busgesellschaft“ hat ihre eigene Garage und zwei, drei Busse. Unsere suchenden Blicke wurden schnell von einem verkaufstüchtigen Helfer erkannt, welcher uns in den richtigen Schuppen führte. Nach 1.5h warten wurde unser Gepäck unter Camillos kritischen Augen auf dem Dach montiert, zusammen mit eingepferchten Hennen und hunderten von Kücken.

Kurz nach Dorfausgang windet sich die Strasse den Berg hoch (Bettina wurde schlecht :p, trotz dem angehmen Tempos und der ersten Sitzreihe). Die Serpentinen enden auf etwa 3000 Metern, von wo aus man einen wundervollen Ausblick gehabt hätte, doch dicker Nebel liess nur 10m zu. Die Fahrt ging zunächst noch auf asphaltierter Strasse über eine Hochebene, danach folgten holprige 60 Minuten auf lehmigem Boden. Gegen Ende wurde in den vollbesetzten Bus noch eine 20 köpfige Gruppe Bauern (in voller Tracht) aufgeladen. Die gemütlichen 2er Sitze wurden zu den geplanten 3er Sitzen (engster Kontakt zu Einheimischen ;) ).
Nach 2.5h Stunden (Camillo: schönen , Bettina: anstrengenden) Fahrt gelangten wir in Todos Santos an.

Die Leute in dem kleinen Dorf halfen uns, trotz ihrer zurückhaltenden Art, sehr freundlich ein Hotel zu finden, denn das im Reiseführer wurde vollständig renoviert. An diesem Tag wurde das Dorf auch noch überschwemmt von Leuten aus der Umgebung, weil eine „spektakuläre“ Gerichtsverhandlung stattfand.

Beim Eindunkeln musten wir uns mit Kerzen zu Licht verhelfen, weil in der ganzen Gegend der Strom ausgefallen war. Das Dorfleben liess sich davon nicht weiter beeindrucken; Handys funktionieren auch ohne Strom, auch das Essen genossen wir im Halbdunkeln.

Rückfahrt und weiter nach Nebaj. 2.5h (Todos nach Huehue) + 1h (Huehue nach Acuacatan) + 1h (Acuacatan nach S…) + 2h (S… nach Nebaj). Das Tempo nahm von Fahrt zu Fahrt zu und erreichte ihren halsbrecherischen Höhepunkt in den Kurven S… Bettina wurde sehr schlecht :( !

Heute unternahmen wir von Nebaj zwei Ausflüge in die Nachbardörfer. Den ersten begannen wir um 6 Uhr zu Fuss Richtung Acul, ein sehr matschiger ruchtschiger Aufstieg über einen lehmigen Weg, der ein halber Bach war, brachte uns zu einem schönen MIrador (Aussichtspunkt). Auf der anderen Seite erwartete uns ein kleines, landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Den Rückweg gingen wir auch zu Fuss, der „Hauptstrasse“ (Kiesweg) entlang. Nach einer Stunde hielten wir ein volles Colectivo an, übrig waren noch zwei Stehplätze, eingepfercht zwischen Türe und Sitzenden. Mit verkrampften Waden und geknicktem Nacken fuhren wir die restliche Viertelstunde.

Zu dem anderen Dörfchen fuhren wir mit dem Colectivo, bequem sitzend. An diesem Tag war grosser Markt, der jedoch schon ziemlich im Abbau war, als wir dort ankamen. Bemerkbar machte sich aber der sehr hohe Alkoholkonsum der Männer an Markttagen, indem sie uns charmant bedrängten und etwas Geld wollten (und einer im Strassengraben schlief). Der Gemeindspräsident war auch da, nüchtern und interessiert. Er wollte uns sogar eine Dorfführung anbieten. Der Höhepunkt unseres Besuches war die Dorf-Kirche, von der Grösse her etwa wie das Münster und schlicht, sehr schön. An Ostern pilgern dann die Leute aus den Nachbardörfern hin.

Das Internet in Nebaj war furchtbar langsam, deshalb gibts noch keine Bilder, zudem stieg es bei starkem Regen regelmässig ganz aus, deshalb erscheint dieser Artikel erst heute.

Geschrieben von camillobruni

2008 Juli 5 um 7:35

Veröffentlicht in Huehuetenango, Nebaj, Todos Santos